Obwohl für Heidegger Hölderlin der einzige und wahre Dichter in der dürftigen Zeit ist und obwohl er Rilkes Werk einfach die Stellung einer epigonalen Fortsetzung des metaphysischen Gedankens des nietzscheschen Willens zur Macht zugeschrieben hat, zielt der vorliegenden Beitrag darauf ab, in dem philosophisch-dichterischen Gespräch zwischen Heidegger und Rilke nichtsdestoweniger wesentliche Elemente aufzuspüren, die einige Grundfragen der beiden Autoren sowie des epochalen Gesprächs zwischen Dichten und Denken erhellen können. Kraft der entbergenden Macht des dichterischen Sagens und der eigentlichen philosophischen Besinnung kann sich gegen das vorstellende Verfahren der abendländischen metaphysischen Tradition die Sprache der Zeit abzeichnen. In der Sprache der Zeit wird es möglich, unumgängliche philosophische Grundbegriffe – unter anderen den Begriff von Sinn, Schweigen und Verlust – neu aufzufassen und auszudrücken und implizit natürlich auch die Begriffe von Sprache und Zeit wesentlich zu reformulieren.

Die unerwartete Nähe der Ferne. Zum Verhältnis zwischen Heidegger und Rilke / Venezia, Simona. - Heidegger-Jahrbuch 8:(2014), pp. 137-151.

Die unerwartete Nähe der Ferne. Zum Verhältnis zwischen Heidegger und Rilke

VENEZIA, SIMONA
2014

Abstract

Obwohl für Heidegger Hölderlin der einzige und wahre Dichter in der dürftigen Zeit ist und obwohl er Rilkes Werk einfach die Stellung einer epigonalen Fortsetzung des metaphysischen Gedankens des nietzscheschen Willens zur Macht zugeschrieben hat, zielt der vorliegenden Beitrag darauf ab, in dem philosophisch-dichterischen Gespräch zwischen Heidegger und Rilke nichtsdestoweniger wesentliche Elemente aufzuspüren, die einige Grundfragen der beiden Autoren sowie des epochalen Gesprächs zwischen Dichten und Denken erhellen können. Kraft der entbergenden Macht des dichterischen Sagens und der eigentlichen philosophischen Besinnung kann sich gegen das vorstellende Verfahren der abendländischen metaphysischen Tradition die Sprache der Zeit abzeichnen. In der Sprache der Zeit wird es möglich, unumgängliche philosophische Grundbegriffe – unter anderen den Begriff von Sinn, Schweigen und Verlust – neu aufzufassen und auszudrücken und implizit natürlich auch die Begriffe von Sprache und Zeit wesentlich zu reformulieren.
2014
9783495457085
Die unerwartete Nähe der Ferne. Zum Verhältnis zwischen Heidegger und Rilke / Venezia, Simona. - Heidegger-Jahrbuch 8:(2014), pp. 137-151.
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